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AI News 21. März 2026 · 5 Min. Lesezeit

RISC-V: Die Schweiz baut die Chips, auf denen KI läuft — und sie sind Open Source

RISC-V hat 25% Marktanteil erreicht. Die Stiftung sitzt in Zürich, die ETH hat 75 Chips entwickelt. Warum Open-Source-Chips die KI-Zukunft verändern.

MZ

Matthias Zander

Computerchip mit offener Architektur und Schweizer Kreuz

RISC-V: Die Schweiz baut die Chips, auf denen KI läuft — und sie sind Open Source

Jede KI braucht Hardware. Und bisher kontrollieren zwei Unternehmen, welche Sprache diese Hardware spricht: Intel (x86) und ARM. Wer Chips bauen will, zahlt Lizenzgebühren. Wer forschen will, stösst an proprietäre Mauern.

Doch seit 2020 sitzt in Zürich eine Organisation, die das ändern will. RISC-V International, eine Schweizer Non-Profit-Vereinigung, verwaltet eine offene Chip-Architektur, die inzwischen 25 Prozent des globalen Prozessormarkts erobert hat. Und die ETH Zürich ist eine der treibenden Kräfte dahinter.

Was ist RISC-V?

RISC-V (ausgesprochen “Risk Five”) ist eine offene Befehlssatzarchitektur. Sie definiert die Grundsprache, in der ein Prozessor Anweisungen versteht. Entwickelt wurde sie 2010 an der UC Berkeley als fünfte Generation der RISC-Prozessorfamilie.

Der entscheidende Unterschied zu Intel und ARM: RISC-V ist frei. Jedes Unternehmen, jede Universität kann Chips auf dieser Basis entwickeln, ohne Lizenzgebühren zu zahlen. Der Kern umfasst nur 47 Befehle. x86 hat fast 1’000. Diese Schlankheit macht RISC-V besonders effizient für spezialisierte Anwendungen wie KI.

Die Schweiz als Zentrum der Chiprevolution

Dass die RISC-V-Stiftung 2020 von den USA nach Zürich zog, war kein Zufall. Die ETH Zürich war 2015 Gründungsmitglied der Organisation. Heute zählt RISC-V International über 4’500 Mitglieder, darunter Google, Huawei, Samsung und Sony.

75 Chips in zehn Jahren

Luca Benini, Professor für digitale Schaltungen an der ETH, beschreibt RISC-V als “Forschungsinfrastruktur für Computersysteme”, vergleichbar mit dem CERN. Sein Team hat in den letzten zehn Jahren rund 75 Chips auf RISC-V-Basis entwickelt. Der jüngste Meilenstein: eine hundertfache Effizienzsteigerung bei Prozessoren für maschinelles Lernen.

Das Projekt Picobello, ein Gemeinschaftsprojekt von ETH Zürich und der TU München, integriert 144 RISC-V-Kerne auf einem einzigen 7-Nanometer-Chip. Designed als Ultra-Low-Power-KI-Beschleuniger für Edge-Anwendungen: also KI, die direkt auf dem Gerät läuft, ohne Cloud.

CSEM und EPFL

Neben der ETH nutzen auch das CSEM und die EPFL die offene Architektur intensiv. Die Schweiz verfügt damit über ein dichtes Ökosystem, das von Grundlagenforschung bis zur industriellen Anwendung reicht.

Warum Open Source bei Chips so wichtig ist

Die Parallele liegt nahe: Was Linux für Betriebssysteme war, ist RISC-V für Prozessoren. Und die Auswirkungen sind vergleichbar.

Für KI-Entwicklung bedeutet offene Chip-Architektur:

  • Keine Abhängigkeit. Unternehmen können Prozessoren an ihre spezifischen KI-Workloads anpassen, ohne auf ARM-Lizenzen angewiesen zu sein.
  • Schnellere Innovation. Forscher können Chip-Designs veröffentlichen, teilen und verbessern. Die ETH macht genau das: HyperCroc, ihr neuester RISC-V-Mikrocontroller, wird 2026 als Open Source veröffentlicht.
  • Geopolitische Unabhängigkeit. In einer Welt, in der Chip-Exporte als politisches Druckmittel dienen, bietet eine offene Architektur mit Sitz in der neutralen Schweiz einen sicheren Hafen.

Der Markt wächst rasant

Die Zahlen sprechen für sich:

  • 25% globaler Marktanteil für RISC-V-Prozessoren (Stand Januar 2026)
  • Marktwert 1.35 Milliarden Dollar (2024), prognostiziert auf 8.16 Milliarden bis 2030
  • Wachstumsrate: 43% jährlich (CAGR)
  • Über 1’000 RISC-V-CPUs in Esperanto Technologies’ KI-Appliance verbaut

Das Ende des Intel-ARM-Duopols zeichnet sich ab. RISC-V wird als “dritte Säule” der Computerarchitektur bezeichnet.

Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet

Auf den ersten Blick scheint Chip-Architektur weit weg vom KMU-Alltag. Doch die Auswirkungen sind konkreter als gedacht:

  1. Günstigere KI-Hardware. Open-Source-Chips senken die Kosten für spezialisierte KI-Beschleuniger. Das macht Edge-AI-Lösungen auch für kleinere Unternehmen erschwinglich.
  2. Lokale Kompetenz. Wer KI-Projekte mit Schweizer Partnern umsetzt, profitiert von einem Ökosystem, das weltweit führend ist. Die ETH, EPFL und CSEM sind keine abstrakten Forschungsinstitute, sondern potenzielle Entwicklungspartner.
  3. Souveränität. Schweizer Unternehmen, die auf RISC-V-basierte Lösungen setzen, reduzieren ihre Abhängigkeit von amerikanischen und britischen Technologiekonzernen. Das ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern auch ein Compliance-Argument.

Die Schweiz als sicherer Hafen für offene Technologie

Es ist kein Zufall, dass RISC-V International in der Schweiz sitzt. Luca Benini von der ETH fasst es so zusammen: Die offene Architektur schaffe “Handlungsfreiheit” für Forscher und Unternehmen gleichermassen.

Die Schweiz positioniert sich damit nicht nur als KI-Standort, sondern als Hüterin der offenen Infrastruktur, auf der KI aufbaut. In einer Welt, in der Chip-Kriege geopolitische Realität sind, ist das ein stiller, aber strategisch bedeutsamer Trumpf.


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Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt recherchiert, zusammengefasst und erstellt. Die Inhalte werden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Trotz sorgfältiger Kuratierung können inhaltliche Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.

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